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die zeit ist nicht verloren - Paris revisited


© by Franz Krahberger

der text „Paris revisited“ folgt auf der ersten ebene dem klassischen liniear, wenn auch inhaltlich interrupt, fortschreitenden text, bedient sich doch bereits des diskreten (sprunghaften) thematischen ausschnittswechsels. die besichtigung, das begehen und das erfahren einer stadt, eines urbanen komplexes in seiner gegenwart aber auch seiner historisch referenzierenden orte ist nie ein liniearer prozess, sondern eben ein diskreter sprunghafter vorgang.
dem erfahren einer stadt kann wie im weiteren text ersichtlich u.a. beispielhaft der metro-plan unterlegt werden, der dem sammeln urbaner erlebnisse und erfahrungen dient. vergleichbar etwa damit, wie John Cage pläne, die unterschiedliche pfade zulassen, als partitur für die abfolge von klangereignissen verwendet hat, wobei er die auswahl der richtung an den jeweiligen knoten dem interpreten überlässt. sofern ist vorliegender text noch eine klassische konstruktion, da die verzweigungen weniger dem zufall, weniger der entscheidung des lesers, als der inhaltlichen gestaltung dienen. er ist eher hermeneutisch angelegt als offen, obwohl auch letztere perspektive in ansätzen sichtbar wird.
city guides sind partituren zu einem bestehenden environment. dieser vorgang ist für den reisenden ein im sinne von Cage überraschender.
ebenso ergeben sich im begehen von städten konnotationen zu personen, deren leistungen und werken , die in der jeweiligen stadt gelebt und zur geschichte der stadt dazu gehören, die die geistige aura einer stadt ebenso ausmachen wie die in in realzeit in ihr lebenden protagonisten des gegenwärtigen.
alle literatur und kunst lebt auch von referenz, die wiederum rhizonomatische verknotungen zu neu gestalteter inhaltskonstellation, die gleichzeitig auch immer reflexive neuordnung bedeutet, ermöglicht.
museen, kulturplätze, cafes, ebenso die schauplätze alltäglichen lebens, wirtschaftens und arbeitens ergeben variable inhaltliche beziehungsgeflechte, die von unterschiedlichen seiten angegangen werden können. die stadt als variabler topos von artefakten und lebendigen beziehungen, die sowohl labyrinthisch wie auch als eindeutig konstruierte konstellation und vorstellung angesehen werden kann.
die vernetzung individueller reiseerfahrung mit im web verfügbaren sites, die weitgehend der eigenpräsentation diverser institutionen dienen, kann als, hingenommene, hypertextuelle fortschrift des vorgegebenen textes angesehen werden, als aktuelle ergänzung.
aus dieser aktiven kontextierung aber auch aus allen jenen ansichten, die erst im schreibprozess selbst entstehen, des deutlichwerdens bisher übersehener zusammenhänge sowohl in ergänzender wie auch widersprüchlicher form, neue einsichten, die sich durch synoptische erfassung eines themas ergeben, entsteht dann die wahre fortschrift, ausgangspunkt für weiteres arbeiten.
in diesem sinne bitte ich Sie, folgenden text als reiseskizze, sowohl real wie auch virtuell für den umgang mit hypertextueller wahrnehmung und gestaltung zu nehmen, der in seiner weiteren aus- und umformung zu neuen strukturellen repräsentations- und reflexionsformen führen kann bzw. wird. das ist jedoch ziel einer nächsten arbeit.
hinweise und adressen zu sites, die sich mit dem rhizom, der sich verzweigenden und wuchenden wahrnehmung , die nicht immer selbstähnlich sein muss, und mit dem hypertext im weiteren theoretisch auseinandersetzen, finden Sie am ende des textes.

die prononciert historischen wie auch zeitgeschichtlichen und politischen bezüge mögen für manche irritierend wirken. ich halte derartiges reflektieren und rekurieren jedoch für unerlässlich zum verständnis der welt, die unser schicksal ist und in der wir leben, insbesondere dann, wenn es um so etwas geht, wie die hochaktuelle gemeinsame europäische identität. da dürfen auch die gräben, die die wechselvolle geschichte unseres kontinents über jahrhunderte hinweg immer wieder gezogen wurden, nicht ausser acht gelassen werden. literatur muss sich im gegensatz zu kultur-, polit- und warenmarketing auch mit dem schmerzenden auseinandersetzen, sonst wäre sie bloss eine parallele zur illusionär und propagandistisch gestalteten oberfläche des gemeinsamen marktes der existenz.

an den wänden des merklich abgenutzten cafe restaurants Le Temps Perdu in der Rue de Seine hängen ausschliesslich darstellungen von rennwägen und autorennen aus den dreissiger jahren. eine vergangene zeit in der vorvergangenen zeit verlorener erinnerung und deren erneutes aufsuchen, bis man in der wiedergefundenen zeit landet.
im falle Marcel Prousts Le temps retrouvé in den ernüchternden tagen nach abschluss der affaire Dreyfuss, die eigentlich affaire Esterhazy heissen müsste, der rehabilitation des Dreyfuss, in der kalten, grausamen gegenwart des ersten grossen krieges und der deutsch französischen auseinandersetzung.

„aus dem unbekannten Roussainville und dem langweiligen Méséglise ...ist die berühmte höhe 307 geworden“, so schreibt Proust, um die herum hundertausende franzosen und deutsche in den einst wogenden kornfeldern 1914 verbluteten, auf beiden seiten wurde gesegnet und die preussischen soldaten trugen bereits die gürtelschnalle auf der da stand: „Gott mit uns“, die sie dann auch im zweiten grossen krieg sowohl im osten wie auch im westen trugen.
Die tafel neben einem hauseingang am Boulevard Diderot, gleich in nähe des Gare de Lyon, die vom tod des Jean Jemini kündet.
Jean Jemini - asassiné par les allemands; am a 23.août 1944; da steht nicht, dass es die SS gewesen ist, nichts von Gestapo, nichts von Nazis, da steht schlicht: getötet von Deutschen.
dort auch die erinnerung an die geschliffene bastille, an deren stelle heute ein opernhaus steht. muschelgericht und der schnelle zug in den französischen süden.
der riss ging tief, schmerzhaft in den „Briefen an einen Freund“ von Albert Camus nachzulesen. zwei kulturnationen hatten ihren blutigen wettbewerb zu weit getrieben. Proust vergleicht den krieg dieser „ungeheuren anhäufung von individueen, die man nationen nennt, mit einem boxkampf, in dem die kolossalen massen von individuen zusammengeballt einander gegenübertreten und so eine ‘machtvollere Schönheit’ bieten, als etwa der kampf, der sich bloss aus dem konflikt zweier charaktere ergibt. diese sehweise verrrät den blickwinkel des aristokraten, die selbst noch im schmutzigen massenkrieg mit aller geballten technologie der dicken bertas hüben wie drüben den ritterlichen wettkampf sieht, an dem man sich vom empore aus delektiert, diesen im salon kommentiert.
Proust war in kriegszeiten nie auf höhe 307 gewesen, ebensowenig wie der alltags tv-voyer jemals der tödlichen US-kriegsmaschinerie des air-strikes ausgesetzt ist, und über Erich Maria Remarques darstellungsform seines buch, „Im Westen nichts Neues“, das all den dreck des blutigen schlachtens zeigt, hätte Proust bloss den mundwinkel verzogen.
krieg war immer auch inszenierung. heute strömt der krieg der bilder über die fernsehkanäle in alle welt. war as a show.

das unaufgelöste misstrauen der einfachen leute hält lange vor und kann immer wieder erneut instrumentalisiert werden. Le Pen in frankreich, Haider in Österreich...nur in Deutschland fällt mir (derzeit) keine vergleichbar rabiat wirkende person ein.
auf der rückreise nach Wien im Euro-Intercity spreche ich den schaffner auf deutsch an und er lässt mich gleich wissen, dass er nicht deutsch spreche. ich wechsle in mein gebrochenes französisch. monsieur... und gleich ist wieder die freundlichkeit und herzlichkeit da.

die auf De Gaulle und Adenauer zurueckgehende deutsch-französische freundschaft, die beziehungen zwischen den französischen staatspräsidenten und den deutschen kanzlern sind wesentliches rückgrat der Europäischen Union, funktioniert auf der ebene der politik, der wirtschaft, des gemeinsamen sicherheitsbündnisses. jüngst hat das 73. französisch deutsche gipfeltreffen stattgefunden, ebenso auf der ebene der kulturellen kommunikation, wie dies der fernsehkanal arte, eine französisch deutsche gründung, eindrucksvoll zeigt. doch auf „kronenzeitungsebene“ schwellt altes, unaufgearbeitetes nationales ressentiment, das von politikern wie Le Pen und Haider genutzt wird.

dem gegenüber haben die europäischen sozialisten eine neue strategie gemeinsamen europäischen agierens entwickelt und so trafen sich dieses jahr jüngst zur wahlkampfhilfe in paris und der lange zeit in Frankfurt agierende Cohn Bendit legt sich für die französischen grünen ins zeug, während Joschka Fischer sich das kleid des staatsdieners fernsehgerecht schon vor einiger zeit bei einem pariser designer sich anpassen liess.

die entscheidungen fallen europäisch und nicht mehr national. so gewinnt auch das europäische parlament mehr gewicht gegenüber den nationalen seperationsbestrebungen, die letztendlich eine vereinigung nicht verhindern aber doch verzögern können. das was, die österreichische Presse noch als sozialistisches „Stelldichein“ verächtlich machen will, das gemeinsame agieren der sozialdemokratischen ministerpräsidenten und kanzler im europäischen wahlkampf, ist der einzige richtige weg, so man das projekt europa ernst nimmt.

so apodiktisch, wie Frankreichs kultusminister Jack Lang sich gibt. Europa wird sozialistisch sein, oder es wird nicht sein. möchte ich es jedoch nicht sehen. mehr toleranzbreite ist wirkungsvoller.
Schumanns europa ist noch lange nicht ausgewachsen.der politischen, wirtschaftlichen und miltärischen annäherung muss eine soziale und kulturelle perspektive wechselseitigen verständnisses und austausches vorangestellt werden, zumindest seitens der künstler(innen) und der intellektuellen frauen und männer, zumindest in der form gemeinsamer europäischer freundschaft, deren zerstörung durch den faschismus Albert Camus in seinen briefen , die im wesentlichen eine aufkündigung der freundschaft und eine anprangerung des brutalen missbrauches von freundschaft beinhalten, bitter beklagt. der „freund“ hatte sich als nazi und erneuter agressor entpuppt, der sich über alle anderen europäischen völker aufschwingen und diese unter sein beklemmendes joch zwingen wollte.

so hielt etwa der österreichisch nazischriftsteller und naziparteigänger bruno brehm, einer von denen, die die idee der kulturellen europäischen identität nur aus seiner reaktionären, schmutzigen herrenmenschen und naziperspektive zu sehen vermochte, im Oktober 1941 in Weimar eine rede mit dem Titel „Saat in östlicher Erde“ (im zuge des ostfeldzuges „Unternehmen Barbarossa“), die in der wiener ausgabe des „Völkischen Beobachters“ in der rubrik „Kulturpolitik und Unterhaltung“ wiedergegeben wurde:
brehm begründet einerseits die vertreibung (und damit deren vernichtung) der juden aus europa, weil diese die lehren der französischen revolution und der aufklärung nach Deutschland und Russland gebracht und damit das deutsche und im weiteren das russische volk verführt hätten. er versucht damit ebenso in einem bogen den überfall auf Frankreich und auf die Sowjetunion zu rechtfertigen.
das ist also inhalt der deutschen propaganda, wie Nazi sie übten, ein anschaungsunterricht, der mit waffengewalt erzwungen wurde und die ideen der französischen revolution und deren erben, zum vorwand nimmt, sowohl den westen und wie auch den osten zu überfallen, um mit waffengewalt die geschichte zu korrigieren. das kann nicht grundlage europäischer und grundlage von völkerfreundschaft sein, und so ist Camus' mahnende und anklagende aufkündigung der freundschaft auch zu lesen.
ob sich die kulturhauptstadt des jahres 1999 Weimar auch daran erinnert ?
beschämend,dass Bruno Brehm noch im nachkriegsösterreich ein hochgeehrte und anerkannte kulturelle persönlichkeit abgeben durfte. eine alte dame der österreichischen literatur sagte mir, wie gut und galant sich der alte herr in den 50 ern sich zu benehmen wusste. ansonsten fiel ihr zu diesem mann nichts ein.

unsere aufgabe ist, die neu entstandenen brücken über die schründe der vergangenheit weiter auszubauen, ohne die furchtbare wahrheit aus zu blenden, denn das schreckliche, das unfassbare soll auch in zukunft noch ansichtig sein, und als mahnende erinnerung an die unmenschlichkeit wahrnehmbar bleiben.
derartiges bemühen um neue europäische grenzüberschreitende kulturgemeinschaft sollte jedoch nicht zentral verordnet und reguliert werden, sondern ebenso aus dem unabhängigen selbstbewusstsein von personen selbst entstehen.
wir alle sind citoyens dieses neuen, verheissungsvollen europas.

kurz vor der pariser reise 1998 das entsetzen, dass deutsche skinheads während der fussball weltmeisterschaft einen französischen polizisten an den rand des todes geprügelt, mit füssen getreten haben.
was wäre gewesen, wenn die deutschen dann noch die WM gewonnen haben. auf welche stimmung wäre ich da in paris gestossen. non parlevouz allemand - asassiné par les allemands. doch mit dem sieg der franzosen und der kroaten waren die folgewirkungen dieses bitteren zwischenfalls gemildert. dass aus anlass von fussballwettkämpfen auch nationalistische und rassistische konflikte ausgetragen werden, gehört zu den traurigen tatsachen des jüngeren europäischen fussballs. so etwa der gewalttätige überfall britischer skinheads auf italienische schlachtenbummler anlässlich eines europacup spiels in einem brüsseler stadion in den 80 er jahren. sechzig italiener wurden getötet. das spiel wurde zu ende gespielt und auch vom fernsehen europaweit weiter übertragen. man füchtete bei abbruch noch viel grössere ausbrüche von gewalt. so lagen die toten in den rängen, während das spiel bis zum schlusspfiff in europäische wohnstuben übertragen wurde. zumindest die TV-übertragung hätte abgebrochen werden müssen.

das grosse siegesspektakel der WM 98 haben wir nicht mit erlebt, nicht direkt, noch aus dem fernsehen hier wien und ich kam in ein sattes, zufriedenes und selbstbewusstes paris, kurz nach einer jener triumphalen feiern, die die franzosen so mögen. wieder hatten sie einen anlass, die grosse achse la voie triumphale, die avenue des champs elysées zu füllen.
tage danach noch wehte im inneren des Arc de Triomphe die riesige tricolore, die den bogen von oben bis unten ausfüllte und noch vom dach der grossen Arche von La Défense aus deutlich zu sehen war.

Le temps retrouvé - die recherche führt uns letztendlich in die gegenwart und bricht das heute im eigenartig schmerzenden licht .
angesichts all der schrecklichen vorgeschichte ist bescheidenheit und verständnis angebracht, um jene so tief sitzende verletzung und verstörung, aus der heraus Albert Camus seine ebenso berührenden wie auch schmerzenden briefe an den destructeur und dictator allemande, verfasst hat, zu überbrücken.
die alt gewordene generation sitzt nun da, bar jeder lebenskraft (nicht nur bei Proust) und schaut hilflos auf den scherbenhaufen ihrer vertanen chancen, ihre nutz- und hilflosen lebenslügen, ihre lügen in der politik im bewahren der macht vor sich ausgebreitet und da ist keine möglichkeit mehr, daran etwas zu ändern.
und die nächste generation muss sich fragen, ob sie bloss auf die welt gekommen ist, das gut zu machen, was vater und mutter schlecht gemacht haben, und so von vornherein opfer der agression gewesen zu sein.
auch wir haben eine mega-affäre Dreyfus in unserer geschichte. es ist jedoch keine affäre, eine angelegenheit des rechtshandels, es ist eine katastrophe schwer auszulotenden ausmasses. die physische vernichtung der Juden, durchgeführt von deutschen und österreichern, ist eine tragödie mit noch immer nicht absehbaren folgen und langzeitwirkungen, deren wahre dimensionen nun fassbarer geworden sind, fassbar schrecklich und nicht mehr unfassbar und unbeschreibbar. diese sicht der fakten haben die politiker der zweiten österreichischen republik , deren gründerväter und deren bauherren nicht erfasst, nicht erkannt, nicht erkennen wollen, zusehr waren sie dem strom der zeit, der strömung des überlebens auf dem schrecklichen floss der medusa ausgesetzt.

Weiterhin Proust rer-ead ? nein, das bleibt einer zeit vorbehalten, in der die hiezu nötige zeit der aufmerksamen wahrnehmung zur verfügung steht.

stattdessen die suche nach einem stil, nach einem zeitgemässen, der die verarbeitung des erlebten und erfahrenen themas zulässt. wie könnte solch heutige literatur ausschauen, welche inhalte, welchen zielen folgen. einfach das konstatieren von zuständen, umständen, verhältnissen das unterscheidet literatur allerdings wenig vom journalismus; eine mischung aus journalismus, theorie, und essayismus, doch noch immer nicht literatur...

den nullpunkt der literatur aufsuchen, wie es Roland Barthes empfiehlt ? dem handwerk des stils steht die veränderte, auch medial veränderte gegenwart gegenüber. und was ist denn der nullpunkt. ist es tabula rasa, der neubeginn, das ende aller bisherigen mitteilung, das ende aller beschrieben handlung ?
was an überkommenem schreibhandwerk hat noch bedeutung ? anstelle der fabrikation von gestalt, anstelle der zerstörung der sprache die neutrale schreibweise setzen.
„Entweder wird das Thema des Werkes naiv den Konventionen der Form ausgeliefert (‘die sortenreine Literatur’), die Literatur bleibt unempfänglich für unsere gegenwärtige Geschichte, und der Mythos der Literatur wird nicht überwunden, oder aber der erkennt die weite Neuartigkeit der gegenwärtigen Welt, verfügt aber, um von ihr zu berichten, nur über eine glänzende, jedoch tote Sprache.“
ene literarische antwort auf den funktionalismus unserer zeit suchen und finden. doch während du suchst, zerfliesst die zeit, sie strömt vorbei hin zu einem ufer der geschichtslosigkeit, im rauschenden lethestrom der wechselnden und sich verlierenden bilder. sie vergeht und sie vergeht unerbittlich. die herren des medien circus sind auch die herren der zeit, jener zeit, die sie dir stehlen. erst in der katastrophe kommt es zur wiederkehr der eigenen zeit, der erinnerung. schreiben könnte etwas sein wie innehalten, einhalten, anhalten, den strom der zeit in innere folge des denkens, der wahrnehmung verwandeln und damit reproduzierbar, erneut erfahrbar zu machen. die kunst war und bleibt feind des sich in permanenz umwälzenden warenstroms der güter und der unterhaltenden, der informierenden bilder. der grundsatz des warenstroms ist der umsatz. während hingegen der satz der kunst, der satz der literatur auf bestand und auf singularität abzielt. doch der satz der kunst erweist sich sperrig gegenüber dem leben, so wie eben die ausgeübte sprache den blick auf die wirklichkeit verstellt. wirkt sie hingegen in erhellender anwendung, verlässt sie das konstrukt des künstlichen ist auch gleichzeitig zerstörung des beschriebenen.
alle aufklärung führt zur aufhebung des status quo. das setzt sie im widerspruch zu religion, die dem erhalten eines bstimmten status dient. so changiert lebendige literatur im permanenten widerspruch, zur welt und sich selbst gegenüber.
auch der versuch einer neutralen schreibweise kann diesem dilemma zu entgehen.

der zeitgemässe plan einer stadt ist der U-bahn- und linienplan. Butors zeitplan. Stenzels metroplan der stadt Paris, den er uns in den sechziger jahren als beispielhafte synthese von organisation, prägnanter information und perfekter grafischer darstellung vor augen gehalten hat.
für den reisenden ist der U-Bahn-Plan ein schlüssel zur stadt, er dient zur aufschlüsselung, ein plan des erfahrens und des zurechtkommens. gleichzeitig ist er eine art signatur der stadt.
an der pariser kennzeichnung der stationen, die den plätzen und strassen entspricht, lässt sich das politische und kulturelle selbstbewusstsein mit ablesen, doch auch diese signatur ist bereits teil des vergangenen, überkommenen.

klare orientierung am metronetz. der plan, das grundgerüst der reise, des aufenthaltes und überhaupt aller bewegung. die u-bahnperspektive. unterirdischer boulevard mit musikanten, armenrednern und provokateuren. da ein plakat in der station bourse, unzählige tierleichen, niedergelegt auf einem autobahnabschnitt, die andere form von berechnung wirtschaftlicher folgen.

RATP; RER & M

eins // Grande Arche de La Défense.../Charles De Gaulle Etoile/George V/ Franklin Delano Roosevelt/ Champ Elysées Clemenceau.../Palais Royal.../Hotel de Ville.../Bastille.../Diderot/Nation/Château de Vincenne.../
zwei // Porte Dauphine/Victor Hugo.../Place de Clichy.../Pigalle.../Stalingrad/Jaurès/Louis Blanc.../Belleville.../Père Lachaise.../Alexandre Dumas.../Nation/
drei // Pont de Levallois B&ecaute;con/Anatole France.../Wagram.../Europe/Saint Lazare.../Opera../Bourse../ S&ecatuebastopol/Temple/R&ecute;publique/
vier // Porte de Clignancourt/Simplon/Château Rouge.../Gare du Nord.../St.Denis.../Châtelet.../ St.Michel/Odédeon/St.Germain de Pres.../Montparnasse Bienvenüe.../Raspail.../Porte d’ Orléans/
fünf // Bobigny - Pablo Picasso/Bobigny - Pantin Raymond Queneau.../Jaures/Stalingrad.../Gare de l’Est.../ Oberkampf.../Richard Lenoir.../Bastille.../Gare d’Austerlitz.../Place d’Italie/
sechs // Charles de Gaulle-Etoille/Kléber.../Trocaédero.../Bir Hakeim.../La Motte-Picquet.../ Pasteur/Montparnasse/Edgar Quinet.../St.Jacques.../Place d’Italie.../Quai de la Gare.../Bel Air.../Nation/
sieben // Villejuif Lois Aragon/Leo Lagrange/Le Kremlin/Maison Blanche//Mairie d’Ivry/Pierre Curie.../Maison Blanche.../Les Gobelins.../Jussieu.../Sully Morland.../Pont Marie/Pont Neuf.../Palais Royal Musé de Louvre/Pyramides/Opera/La Fayette.../Rue Cadet maçon/Stalingrad.../ Porte de La Villette.../La Courneuve 8.Mai.1945/
acht // Balard.../Félix Faure/Commerce.../Ecole Militaire.../Invalides.../Concorde/Madeleine.../Richelieu Drouot../Strassbourg/République../St.Sébastiene Froissart.../Bastille.../Reuilly Diderot.../Michel Bizot.../Liberté.../Créreteil - Université/Créteil Préfecture/
neun // Pont de Sévres.../Jasmin/Radio France.../Trocadéro/léna/Alma Marceau/Franklin D.Roosevelt.../St.Augustin.../La Fayette/Richelieu Drouot/Rue Montmatre../Rébuplique.../Gambetta.../ Galliéni/
zehn // Boulogne Pont de St.Cloud.../Javel.../Avenue Emil Zola.../Duroc.../Mabillon.../La Sorbonne.../Cardinal Lemoine.../Gare d’Austerlitz/
elf // Mairie des Lilas.../Télégraphe.../Pyr&ecute;nées/Belleville/Goncourt.../Arts et Métiers.../Châtelet/
zwölf // Mairie d’Issy/Corentin Celton/Porte de Versailles/Convention.../Pasteur.../Sevres Babylone.../ Solférino/Assemblée Nationale.../Havre Caumartin/Trinité/Notre Dame de Lorette/ Saint Georges.../Lamarck Caulaincourt.../Marcadet Poissonniers/Marx Dormoy/Porte de La Chapelle/
dreizehn // Châtillon Montrouge.../Malakoff Plateau de Vanves.../Plaisance.../Montparnasse.../Duroc/ St. Francois Xaver.../Invalides/Champs Ellysées Clemenceau.../Liège.../La Fourche.../ Porte de Clichy.../Gabriel Péri Asnières - Gennevilliers/

metro, subway, U-bahn als sub urbane kommunikationsplattform erfüllt die funktion des marktplatzes, der plazza in italienischen städten. letzteres notiere ich, weil mir diese funktion eines öffentlichen platzes erstmals in italien aufgefallen ist, in Venedig. ich habe italiener beobachtet, wie sie einen platz betreten, wie sie einander wahrnehmen, während hingegen die wiener völlig überrascht sich zeigen, wenn sie bekannnte antreffen, weil sie eigentlich den passanten kein augenmerk schenken.

ist es Robbe Grillets sehweise, die er in „Projekt für eine Revolution in New York“ anfang der siebziger jahre, in interrupter, fokussierender, partikelhaft retartierend, die perspektive und den wahrnehmungs- ausschnitt und damit das beschreibungsfeld wechselnder weise entwickelt und vorgeführt hat ?
Ist es die sehweise, die Jean Luc Godard in seinem bemerkenswert hellsichtigen film „Weekend“ vorgestellt hat, ein unendliches stationendrama von strasse zu strasse, von auto zu auto. ein erdrückendes bild alltäglicher gewalttätigkeit, bis in die grosse katastrophe hinein überzeichnet. beklemmend die aktualität angesichts der katastrophen in den tunnels, die den Mont Blanc und den Tauern durchstechen. von einer sekunde auf die andere verwandelt sich der zügige fluss des verkehrs in einen akuten prospekt der zerstörung.

zäsur: sich über das absurde existenz hinwegtasten, vor der negativen erfahrung des einlassens darauf zurückschrecken und doch in dieser halbheit jahrzehntelang davon schlecht und recht gelebt haben. ich weiss, ich muss mich nun quälen, mich entschliessen, mich konzentrieren, klare gedanken fassen, zu einem literarischen plan gelangen, ihn weitläufig durchdenken, konstruieren, herstellen und ausschreiben, ein mögliches konstrukt eines erzählenden, beschreibenden, erinnernden und erzeugenden schreibens zu finden. Doch wie lässt sich der Plan mit der bruckstückhaften, digitalen, interrupten, also in sprüngen vor sich gehender wahrnehmung verknüpfen ?

weitere zäsur: die schreibhemmung durchbrechen, draufkommen ob es überhaupt eine schreibhemmung ist. ob nicht bloss die wahrnehmung des alltäglichen mit dem künstlichen konstrukt, mit der literarischen vorstellung nicht übereinstimmt.
die gedanken schicht für schicht abtragen, ihre verlagerungen und überlagerungen durchschauen, die gedanklichen vorformen von lebensveränderungen wieder entdecken, verlorengegangenes bewusstsein wieder rekonstruieren

vorgang: schnell gehen, an nichts denken, es kommen lassen, nicht scharf angehen, schnell gehen, wirklich gehen, auch nicht spazieren gehen, so schnell vor sich gehen, keinen müssiggang einreissen lassen, schnelles reisen. erfahrung zum zug kommen lassen, zum schreibzug kommen.

hemmung: durch beobachtung von lächerlichkeiten. der überhobene standpunkt, welch zitierender stil, in schreibautomatismen verfangen, aufbrechen, ausbrechen, aus neuer sicht gestalten, ein konstruktives, konstatierendes, eigen dynamisches schreibmuster entwickeln und wieder reisen, erneut reisen


eine kleine imaginierende hommage an freund sprach-, schreib- und sprechkünstler Ernst Jandl.
stil: redestil zu schreibstil, revers in den sprech stil. im anfang das wort gewesen sein soll, kein mensch nicht, kein erd nicht. kein himmel nicht, nur das wort da gewesen sein soll. so meinen, wenn wort am anfang, auch rede am anfang gewesen sein, schreibe erst später geworden ist.
das bedürfnis nach einem umfangreichen poetischen text.
die sprache und inhalte wieder nach harmonien abtasten, nach langwelligen schwingungen, nach melodischen brüchen, die Śrzählform in der rede suchen.
die renaissance kennt hunderte versfüsse und alle sind sie anleitung für den deklamierenden dichter, den vortragenden schauspieler, die rhytmisierung der vokale, die regelung ihrer abfolge in kurz und lang betonte vokale, die variation dieser betonungen erschafft einen inneren psychischen charakter, eine tonlage des ausdrucks, der versucht, menschlichen stimmungen und charaktere zu erfassen und reproduzierbar zu machen.
in der zeitgenössischen literatur ist die tonalität bis auf wenige ausnahmen und bemühungen aus der dichtung verschwunden. an die stelle des deklamierenden dichter ist der rocksänger getreten und die literatur ist weitgehend visuell geworden, sie drückt sich aus in stummen bildern, in geistigen metaphern und konstrukten. es ist literatur zum lesen und nicht zum vorlesen bestimmt. sie ist verfangen im reich des alphabetischen zeichens.

Brechung: metrostation Quai de la Gare , die Bibliothèque nationale de France François Mitterand , Quai Francois Mauriac, der pyramidenstumpf, die aufgangstreppen und der lattenrost, einem riesigen Schiffsdeck gleich, mit vier hochragenden winkeltürmen, aufgestellten, aufgeschlagenen büchern, der eingeschlossene wald im architektonischen geviert. von aussen über die bäume hinweg, von innen auf die bäume hin, oder nach unten ins grün und im tiefsten publikumsgeschoss in mit den stämmen und sträuchern.
die natur wird von der architektur eingeschlossen, max peintners ungebrochene anziehungskraft der natur aus der ewigkeit des tagbaus aus dem jahre 1971, ein wald auf dem innenoval eines sportstadions, auf den tribünen, eine grosse zahl von menschen, die alle in angespannter haltung nach dem letzten verbliebenen stück wald in der metropole der zukunft starren, über den stadionrand hinaus die skyline der metropole, hochhaus an hochhaus gereiht, so weit der horizont reicht, der himmel im düsteren grau...
Leonardos verkündigung als zeitgemässe tankstelle, der engel verlustig gegangen, sprit anstatt esprit, ebenso max 1972. die bedürfnisse der massen verunmöglichen die idylle.
ob nicht unsere jungen einsichten, die frühen ideen die besten sind, die so einem die zeit geschenkt wird, so die zeit bleibt in lebenslanger arbeit ausgewalzt, verfeinert, verbessert, durchdrungen und eindringlich gestaltet werden ?
was nun, hier auf dem deck des information-carriers Tolbiac ?

What is the French Union Catalogue - CCFR ?
The CCFR is a powerfull new tool to to help you to locate through internet

The CCFR’s Web site will allow users to locate a document and request an electronic or paper copy with single search query.
A from now, users may go to the CCFR Web Site to search the National Direktory of Libraries and Document Centres, which provides detailed information on more than 3500 French libraries, whatever their type or size.
By 1999, the CCFR will provied users with access to some 13 Million documents held in the major municipal and university libraries and at the Bibliothèque nationale de France.
And by early 2000, the CCFR will allow users to request loans or copies of any document located.

The French Union Catalogue - CCFR Internet Adress: http://www.ccfr.bnf.fr
_ Copy adress and paste it to your Browser; if you want !

Further Information:

Bibliothèque nationale de France ENTER !
Direction des Systèmes d’Information
Mission pour le Catalogue Collectiv de France
Quai Francois Mauriac
75706 Paris Cedex 13
Tel: +33 (0) 1 53 79 46 73
Fax: +33 (0) 53 79 47 30

The National Directory of Libraries and Document Centres
(RNBCD - Répertoire national des bibliothèques et de centres de documentation)

The RNBCD is a services directory providing information on all French librairies and document centres:

Practical information:
Names and addresses, opening times and e-mail adresses, and a Web link to find details on library services and regulations.

Technical information:
History of the library, chronological description, statistics and subjects covered in holdings and special collections, bibliographic tools, network links, etc.

How do I use the RNBCD directory ? There are three ways to access the information in the RNBCD, depending on whether you are looking for a library, a collection or a set of documents - on a specific subject for instance.

Locating a Library:
You may search for a library by entering its name, or a town or district (département). Alternatively, you may call up a map of France to select the region, département or town you want, and display a list of libraries meeting your search criteria.

Locating a particular collection:
Enter name of the collection

Locating a set of documents:
The following search criteria may be used, either singly or in combination: document type, language, publication period, subject, field or discipline.
Results are given as descriptions of libraries and collections, and are displayed as list in alphabetical order.
All part of the results may the be saved into your RNBCD’ in tray’. Your searches and results will be filed automatically so that you can call them up and use them again at a later date.

Who produces the French Catalogue - CCFR ?

The CCFR is a joint project commissioned from the Bibliothèque nationale de France by the Ministries of Culture and Education. The goal of the CCFR is to provide a ‘one-stop shop’ for access to all document resources of national importance.

After the completion of several definition studies, a detailed operational programme was drawn up in 1995 and an open invitation to tender was issued on January 6th 1996, as call for offers based on experience. A contract for the design and production of the CCFR was awarded to Sema Group - Bull in December 1996.
Work commenced in July 1997 and should be completed by December 1999.

CCFR users As a directory of all French document resources with Internet access, the CCFR aims to meet all research needs, in the broadest sense of the term. The CCFR is designed to provide a practical service to all researchers, teachers and the library public as a whole.

Information and documentation services and library professionals will be using the CCFR as part of their range of reference and bibliographic searching tools.

die anordnung der lesesäle nach fachgebieten:
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in die tiefe gehen, die bücher, alte handschriften mit wissendem blick in der kleinen temporären ausstellung betrachten. zuerst allerdings durch die zähl- und entwertungssperre. magnetkartenleser und magnetkarte. die elektronischen schlüssel unserer zeit.
eine kleine aber kompakte ausstellung zur geschichte des buches, der handschriften, frühdrucke, erstausgaben, allgemeine druckwerke, stundenbücher, gebetbücher, erste seekarten, pflanzenabbildungen, naturwissenschaftliche, botanische sammelwerke und folianten, dokumente der französischen herrscher, dokumente aus der französischen revolution, erstdrucke der aufklärer, dokumente aus der revolte, mitschriften von versammlungen, flugzettel, hektographierte manifestationen...buchkunst, buchdruck, buchillustration, aber auch information ohne grosse ästhetische und formale absicht, manifester inhalt aus dem jahre 1968 in schlichter, hektografierter textueller form...die macht der ideen und revolutionierenden ein- und ansichten, die in den köpfen weitereilt und ihren ersten ausdruck in den massen auf den öffentlichen strassen findet, von denen sie dann wiederum in die alltäglichen gesellschaftlichen prozesse rückflutet und sich in kleinen gemeinschaften niederlässt, die weiter wachsen, sich verzweigen, bis sie in ihrer endgültigen vernetzung einer neuen gesellschaft gestalt verleihen oder in der unerbittlichen auseinandersetzung mit den alltäglichen sachzwängen verworfen wird, über bord geht, in kleinen sekten weiterlebt, eine legende für kenner wird. es war einmal und die und die vorstellungen hat es gegeben, überrollt vom mächtigen strom der zeit und der sieger. bretons manifest.

Livres rares
Rares parce que souvent uniques, 240 pieèces du XVe au XXe siècle - livres, revues ou placards - sont présentéees au public pour la premiére fois. Conservés dans la Réserve des Livres rares, parmi les livres imprimés les plus précieux de la Bibliothèque, ces trésors qui competent tant pour leur intérêt historique, littéraire ou esthétique, se signalent par des reliures d’une exceptionelle qualité et parfois par les annotations de leurs illustres propriétaires.

Du 29 avril au 26 juliet 1998
Grande Galerie - hall Est
Tous les jours sauf lundi, de 10 h à 19 h
le dimanche de 12 h À 18 h
Entr´e: 35 F - Tarif réduite: 24 F

die ersten druckfahnen eines bandes von Marcel Prousts „A la recherche du temps perdu“, mit seinen korrekturen. in kleiner schrift wird der text fortgeschrieben, über den rand des satzspiegels hinaus und wo der platz nicht gereicht hat, klebte er zusätzlich ein stück papier daran, das nun wieder bis zum rand genutzt wurde. so entsteht anstelle einer korrektur eine fortschrift, die den lektor wiederum vor unlösbare entscheidungen gestellt hat, die fortschreitende korrektur, die zur fortdauernder ergänzung wird.
jede stadt ist voll von zuschreibungen, hinschreibungen, überschreibungen und fortschreibungen, die bis tief ins alltägliche leben hinein- und weiterreichen.

plötzlich erkenne ich Stéphane Mallarmé’s uendliches buch vor mir in einer kleinen kubischen glasvitrine. das da vor mir liegende unendliche buch ist eigentlich nur das fragment eines schreibheftes, in dem die idee und das konzept des unendlichen buches vermerkt ist. Mallarmé plante, angeregt durch die kenntnis des kombinatorikers Athanasius Kircher Ars magna Sciendi sive Combinatoria und dessen hochmittelalterlichen vorgängers Raymundus Lullus Ars Compendiosa (letztere zählt heute als virtuelles und konzeptives vorläufermodell des aufregendsten gerätes unseres jahrhunderts, des computers), ein unendliches buch, das Über- Buch, wie es Gustav René Hocke in seiner schrift über den manierismus in der europäischen literatur nennt. der schmale rest, den man in Mallarmé’s nachlass gefunden hat, oder wars bloss der beginn, liegt mir nun völlig überraschend vor augen. die letzten spuren oder die ersten skizzen eines monumentalen werkes Le Livre, das die enge beziehung der dichtung zum universum aushandeln soll, wobei sie frei von traum- und zufallscharakter gehalten werden müsse. alles hienieden entsteht, um in einem buch zu enden, „Tout au monde existe, pour aboutir à un livre“ so Stephane Mallarmé.
James Joyce will ebenso alles in einer nusschale bergen; „put all space in a nu(o)t she(a)ll“. auch er kommt aus einer religiösen tradition, wie im jugendbildnis des dichters nachzulesen ist. alles ist vergänglich und alles ist zerstörenswert, oder aufzubewahren für alle zeit, in form eines buches, das memorieren der ewigkeit.
Mallarmé beklagt den niedergang der religion in folge der französischen revolution und hat sich noch einmal aufgemacht im göttlichen buch des universums nach der handschrift gottes zu suchen und das wahre, letzte verbleibt ihm, Mallarmé in der logischen struktur des universalen
. Hocke setzt Mallarmé’s bemühungen mit dem „metaphysischen skeptizismus und universallogischen instrumentalismus des Ludwig Wittgenstein gleich. dies nehme ich als weitere bestätigung für meine annahme, dass Lull, Ockham, Kircher, Wittgenstein und eben auch Mallarmé verwandte geister sind.
Mallarmé spricht vom entwurf einer mathematischen sprache, die voraussetzung für dieses göttliche, allumfassende buch wäre. die philosophie und theologie des barock rechnete sowohl die mathematische logik wie auch die geometrie direktem göttlichen ausdruck zu.
in jedem fall ist es die faszination des universellen ordnungswillens des diskret auf einen eindringenden, interrupt zufliessenden wahrnehmens von divergierenden, ungleichzeitigen ereignissen, parallelen abläufen, von räumen und vorgängen, die dem wesen nach einander fernstehen und nicht immer auf eine achse von ursache und wirkung gebracht werden können.
und so verlasse ich an einsicht reicher die kleinen, aber dicht gefüllten ausstellungsräume des Tolbiac und nehme die weisheit mit mir, dass das wirklich grosse geheimnis nur in unvollendeten werken stecken kann, in werken die in wahrheit über die ersten skizzen nicht hinausgingen, deren ausarbeitung verweigert wurde, denn nur so liesse sich das geheimnis bewahren. alles andere ist niederschrift, umfassendes erfassen, enzyklopädisches vertraut machen, scheinbare einverleibung und aneignung, alle veröffentlichung ist auch bekenntnis und anklage. auf das geheimnis kann der gläubige zählen.

einmal über die form monumentaler repräsentation hinweg gesehen, ist die neue bibliothek ein grossartiger entwurf zeitgenössischen archivierens und bibliothekarischen gestaltens, der auch die neuen medien grosszügig und planerisch in die zukunft projeziert einbezieht. sie entspricht der tradition der grossen französischen enzyklopädisten, projeziert auf die erfordernisse der gegenwart
Tolbiac folgt einem strengen, rationalen baukonzept. tatsächlich wird die natur nicht eingebunden, sie wird eingesperrt, vom architektonischen, menschlichen artefakt umschlossen. noch deutlich als am innengeviert wird dies an den metallgitterblöcken, in die pflanzen völlig, kubisch ausfüllend, eingeschlossen sind, nicht nur beschnitten und in geometrische formen gebracht wie etwa in den barocken garten- und parkanlagen, nein auch noch hinter gitter gebracht und durch den gitterkäfig zurecht gestaucht.
alles leben wird zur information, zum gegenstand der informationsverarbeitung, zum gegenstand der archivierung und der inventarisierung. auch das ist eine botschaft, die Tolbiac ausstrahlt.

in Tolbiac ist überkommene und zeitgemässe medialität unter einem dach vereint, bestens organisiert und nüchtern für benutzer(in) bereitgehalten.
die innenanlage bietet besucher(in) und benutzer(in) insgesamt einen lauftsteg , vorsaalbühnen, in deren monumentaler schlichtheit jede(r) tatsächlich zum blickfang wird. das endlos wirkende entgegenkommen auf dem inneren, mehrstockhohen rundgang, eine wiederaufnahme des kreuzgangprinzips, verführt dazu, über die passant(inn)en nachzudenken. man hat sie im auge, ob man nun will oder nicht und ist ebenso entgegenkommender, sehender wie wahrgenommener.
Tolbiac setzt tatsächlich die bewährte verbindungsform klösterlicher architektur fort. im wandelgang läuft alles aufeinander zu, man kann nicht in irgendwelchen seitengängen oder auf irgendwelchen hintertreppen verschwinden, während im zentrum des gebäudes nichts ist als ein stück refundierter, frisch gepflanzter natur, also der klosterhof, der klostergarten.
allerdings hier ein garten, eine gebüsch-und baumanlage, die der blossen anschauung dient und die nicht mehr betreten werden kann. so gesehen ist es jene ausgrenzung der natur, die vorgeblich die überlegenheit menschlichen geistes und menschlichen seins über die natur zu unserem alltäglichen selbstverständnis verdichten soll.
aufdrängend spürbar wird dass auch auf der aussenterrasse, eigentlich innenterrasse, die auf der ersten tiefebene, von oben gesehen, angelegt ist. an den trostlosen cafeteria tischen, die eher auf den gemeinschaftsplatz einer kleingartensiedlung passen würden, hat man vor sich die schwerfällige, mehrreihig stählerne umrandung, über die hinweg der blick in die spitzen der bäume fällt.
doch insgesamt führt diese anlage wiederum eine gemeinde der lesenden, studierenden, forschenden und wissenden zusammen; die ihren blick sowohl in die vergangenheit wie auch in die zukunft richten und alle voraussetzungen hat, im 21.Jahrhundert zu bestehen .

das innerste geviert, in dem die bäume und büsche wachsen, zwar himmelwärts, doch nicht zur höhe des oberdecks, von dem aus nur die türme und die umliegende stadtlandschaft entlang der Seine, gleichgegenüber über den fluss hinweg das Finanzministerium, zu sehen sind, wärend auf der anderen seite ein grosser vorortehorizont sich auftut. doch vorher noch tiefblickend auf die mächtigen schienenstränge des Gare d’ Orleans Austerlitz und darüber die grossbaukräne, die eine künftige skyline vorzeichnen.

Mitterand und & haben ihre monumentalen städtebaulichen signaturen lange vor diesem bibliotheksbau entfaltet und die grosse La Voie Triomphola über den bogen des Arc de Triomphe via die Avenue de la Grande Armee und in deren fortsetzung via Avenue Charles de Gaulle bis hin in die völlig neu gestaltete zone von La Défense mit der abschliessenden Grand Arche verlängert. eine zitadelle des 20.jahrhunderts mit all den seitlich vorgesetzten verwaltungsgebäuden des avancierten französischen kapitals, sowohl privat wie staatlich. da ist auch eine städtebauliche vison des den architektonischen diskurs dieses jahrhunderts wesentlich mitbestimmenden Le Courbusiers von der nachfolgenden generation der architekten, nämlich die massierung von arbeits- und wohnraum in himmelwärtsstrebenden blöcken, zugunsten weiter, unverstellter freiflächen, ruheplätze und bewegungsfläche, aus denen der öffentliche insklusive autoverkehr völlig in den untergrund verlagert wurde und dem gehenden und flanierendem passanten eine riesige bühne zurückgegeben wurde, die auch genutzt wird. merkwürdig sich einem urbanen areal zu bewegen, in dem vor allem nach einer bestimmten verweildauer die ruhe, die abwesenheit des verkehrslärms sich als entscheidendes charakteristikum herausstellt.
nur von ferne her dröhnt der lärm der stadt, in der an allen ecken und enden der druck einer megastadt des 20.jahrhundert, die in form von grossparis 10 millionen einwohner birgt, ähnlich dem ruhrstädte-verbund am rhein, doch der druck in paris ist grösser und ständig verspürbar.
hier in La Défense entfaltet sich eine zone der ruhe, wie sie auch aus kleinen bis mittleren städten schon längst verschwunden ist und das lässt sich völlig zurecht als ein lebensmodell der zukunft anmerken, das seine effizienz bereits unter beweis zu stellen versucht. La Défense ist nicht zu einer jener geisterstädte, diesen an den stadträndern liegenden wohn- & schlafmaschinen geworden, es ist durchlebt und durchpulst.
La Défense nachgelagert ist die Universität Leonard da Vinci und jenes rebellische Nanterre, von dem aus die studentenunruhen des jahres 68 ihren ausgang nahmen.
in diesem zusammenhang gewinnt die ortsbezeichnung La Défense eine bemerkenswerte bedeutung. hier sind vor allem die zentralen der multinationalen konzerne und grossen französischen gesellschaften versammelt. sie allein sind auch imstande, sowohl mieten wie auch exorbitante bausummen sich zu leisten.
ein monumentaler, kapitalistischer wall gegenüber dem rebellischen nanterre, dessen soziale konfliktstoffe noch lange nicht bewältigt sind und immer wieder erneut aufflammen.
so ist Dféfense und Grand Arche, der grosse bogen, mit seiner für pariser architekturen so typisch freigestellten stahlkonstruktion, eher ein überlebenssymbol der erfolgstrotzenden wirtschaftsdemokratie, und nicht jener form der populären, die den grossen massen, den einfachen leuten dient und auch gefällt.

viele forderungen der 68 er sind zum standard des neuen europäischen bewusstseins geworden.
zwei der vielen linien haben in eine repressive katastrophe gemündet. die liberale drogenkultur und deren slogan von der (chemischen) bewusstseinserweiterung wurde alsbald in brutale kapitalistische vermarktungsstrategien umgewandelt und dunkle kräfte haben im einen fall billionengewinne machen, die heute in der wirtschaft gewaschen und gereinigt zirkulieren und deren eigentümer den haifischkapitalismus brutal mit voran treiben. die illegale drogenwirtschaft untergräbt die demokratischen strukturen und ist mit schuld an den gewaltigen korruptionswellen, die europa immer wieder durchlaufen und letztendlich, so nicht effizient einhalt geboten wird, auslaugen werden.
ebenso kapitalkräftig erwies sich das geschäft mit der freien sexualität. der pornovideomarkt und das tv-business, die zeitgemässen vorzeigetempel geilen fleisches und die peepshows boomen wie eh und jeh und die orlowskis und uhse haben mächtige gewinne in ihren schuppen eingefahren. auch sie sind schuld an der devastierung einer möglichen modernen kultur- und lebenslandschaft, unterminiert ihr geschäft doch die zwischenmenschlichen beziehungen und reduziert die menschliche sexualität und liebesfähigkeit auf kalten, nüchternen marktwert.

doch auch in diesem kontext erscheint Défense als abweisende appollinische festung,die not, elend und obsession abweist. die manifestation rigid rationalen gestaltungswillens, die bastion der neuen klasse der techno- infokraten und der finanzmagnaten.


da läufts lang zum bankomaten. was für ein schrecken, wenn die karte nicht funktioniert, weil der automat nicht will, nicht kann, weil kein internationaler konvergenz code programmiert ist.

die aluminuiumfassade des in den sommermonaten verschlossenen museums in der rue cadet.
an verhärteten fronten trommelt die reaktion.
dann doch nicht nach chartres gefahren, abfahrt Montparnasse, hingegen über den Cimetière Montparnasse gewandert und kurz nach der grabstätte von Lipschitz auf das grab, Sartres und der Simone Beauvoir gestossen, auf dem gerade zwei junge mädchen blumen niedergelegt hatten, um sich dann wechselseitig davor zu filmen.
um die ecke ein sehr annehmliches kleines hotel gefunden, das wohnliches ziel der nächsten reise sein könnte.
mich erinnernd daran, dass ich in meiner kindheit eine menge von französischen büchern gelesen habe, die im Catalogus Prohibitorium der römischen Commissione Bone Fide vermerkt waren, die werke von Hugo, Dumas und Sue, eine lektüre die dann in jungen jahren insbesondere in lektüre von Rosseau, Sartre, Monod; Camus u.v.a. fortgesetzt wurde. die katholisch römischen zentralisten bekämpften vor allem im 19.Jhdt. den frischen französischen geist, der aus der blutigen, aber siegreichen revolution hervorgegangen ist, der auch tatsächlich zu einer konstituierung demokratischer form geführt hat, die im wesentlichen die heutigen westlichen demokratien bestimmt.
die französischen Jesuiten des 19. Jahrhundert waren auch verantwortlich für den wiederaufflammenden europäischen antisemitismus, der vom wiener politiker und bürgermeister Lueger in sein politisches programm genommen wurde. Der französische Graf Joseph Arthur Gobineu schuf die "theoretischen" Grundlagen des Rassismus, der im folgenden Jahrhundert zur Katastrophe werden sollte.

tatsächlich hat mir, der ich bei allergrösster anstrengung nie wirklich atheistisch werden konnte, nie imstande gewesen bin, einen innersten kern religiöser überzeugung zu entfernen, die lektüre kluger und humanistischer atheisten eine menge erkenntnisse und nützliches wissen eingebracht, und so war es für mich erfrischend und geradezu geistig rückführend vor Jean Paul Sartres grab zu stehen.
man spricht heute noch immer von den 68 ern und vergisst dabei zu erwähnen, dass sie im wesentlichen von der französischen studentenrevolte des jahres 1968, die eben in einer französischen ungebrochenen tradition fortschreitender geschichte und fortschrittlichen geistes gestanden habe, bestimmt sind. niemand will noch wissen, wie entscheidend die kenntnis der surrealistischen manifeste, von Breton, auch jenes mit Diego Riviera, jetzt in paris wieder arbeiten von ihm gemeinsam mit bildern seiner lebensgefährtin Freda Kahlo im Musée Mailliol gesehen, im manifest für eine unabhängige und revolutionäre kunst, der obwohl bereits 1938 in mexico verfasst, 30 jahre später noch eine rolle spielte, plötzlich mächtige strahlkraft besass und dann ebenso alsbald wieder in den sachzwängen verschwand, in der alltagspolitik strandete und von den utilitaristischen usancen des kommerzes, der unterhaltung und vom öffentlichen geschmack übertönt und überspielt wurde.
Welchem standpunkt als richtig akzeptieren? diesen der da im mexico manifest 1938 sagt, dass in der kunst alles erlaubt sei, der die unabhängikeit der kunst für für die revolution fordert und die revolution für die endgültige befreiung der kunst fordert, also für eine welt, in der alles erlaubt ist, die wir nun in bitterer hedonistscher ausformung erfahren ?
oder ist es jene, von den revolutionären als philiströs abgetane Parole:"Weder Faschismus noch Kommunismus", die als überrest demokratischer vergangenheit hingestellt wurde und die von Saint Exupépery im "Flug nach Arras" folgend artikuliert wird:
Ich glaube, daß der Vorrang des Menschen allein die Gleichheit und allein die Freiheit begründet, die einen Sinn haben. Ich glaube an die Gleichheit der Menschenrecht durch jedes Einzelwesen hindurch. Und ich glaube, daß die Freiheit im Aufstieg des Menschen besteht. Gleichheit ist nicht Selbstheit. Freiheit ist nicht Überheblichkeit des Individuums gegen den Menschen. Ich werde jeden bekämpfen, der gewillt ist, die Freiheit des Menschen einem Individuum - wie einer Masse von Individuen - zu unterwerfen.
dieses bekenntnis Saint Exupérys ist hoch zu bewerten. ist es doch angesichts des sicheren todes im zuge seiner militärischen aufgaben, den er in freier entscheidung auf sich genommen hat, als begründung eben dieser entscheidung angeführt.
die französischen dekonstruktivisten haben dies in ihrer kritik des Totalitarismus ernst genommen und damit wesentlich zu einer allgemeinen demokratisierung des denkens beigetragen.

Luis Aragon wandte sich nach 1968 alsbald der realpolitik zu. erinnerlich jenes bild, auf dem er Mitterand und den Kommunisten Marchais an händen haltend im stadion vereint. der coup geriet zum dauernden schaden der kpf und zum andauernden erfolg der sozialdemokraten.
die etikettierungsucht des gängigen journalismus, der alles gerne in eins subsummiert, ohne noch auf die historischen hintergründe zu achten ist ebenso unnütz wie das niveau des gegenwärtigen sogenannten strategiediskurses in kunst & kultur, der sich betont geschichtslos gibt und in diesem unsinnigen eifer auch völlig gesichtslos geraten ist und eher einer angestrengten marketingabteilung für schwer verkäufliche produkte gleicht.
in Paris hingegen lässt sich die neuere unser leben und unsere zeit, die eben noch nicht vergangen ist, bestimmende geschichte nicht verdrängen, man begegnet ihr ungebrochen, ob nun im Pantheon, in der kleinen raritätenausstellung in Tolbiac, aber auch reflektierend darüber, dass in paris die geschichte der aufklärung, der demokratischen revolution, aber auch die zeugen eines vernunftgeladenen denkens signifikant in der öffentlichkeit bis eben zur benennung von metro stationen, ausdrücklicher als in anderen städten europas unübersehbar sichtbar sind. ebenso die namen der gründerväter der industriellen gesellschaft, deren techniker und wissenschafter, die sich rund um die unterste ebene des Eiffelturms ziehen.
Eiffel, beraten von der kleinen gilde der turmbauer, der Compagnons des Devoirs du Tour de France, die das wissen der alten module, der statik und der bauorganisation bis ins heute hüten und mit ihrer hilfe am projekt Eiffels einen überzeugenden und ungebrochen eindrucksvollen schritt in die moderne industrielle welt gesetzt haben. nachfahren jenes geheimnisumwobenen Villard de Honnecourt, des gotischen hochbaumeisters, dessen bauhüttenbuch zu den juwelen der Bibliothèque Nationale zählt, dessen quadratur des kreises nicht paradoxe spielerei, sondern vielmehr eine ausgeklügelte methode zur gewinnung von architektonischen harmonien gewesen ist. eine methode, der sich auch Leonardo da Vinci bediente, der sich zeitlebens mit dem wechselspiel von quadrat und kreis beschäftigte, der dann eingang in Pacciolis Rechenkunst fand und da von Leonardo illustriert wurde und dessen proportionsfigur, die nichts anderes als die exakte visuelle entsprechung eines ursprünglichen Vitruv - textes ist, heute zu einer oft wiedergegeben ikone des kunstbetriebes geworden ist, ebenso wie der damit verbundene und bis zur unerträglichkeit wiedergekäute slogan: der mensch steht im mittelpunkt aller betrachtung....
Raoul Dufy’s anlässlich der pariser weltausstellung 1937 hergestellter 600 m2 riesiger Prospekt, das bild der elektrizität, l'immense décoration "La fée Electricité" feiert in unbeschwerter art die begründer, wissenschaft und techniker des neuen zeitalters der elektriztät, wohl vorausahnend, dass die neue quellenergie gewaltige veränderungen der zivilisation und der lebensgrundlagen mit sich bringen wird, eine triumphale angelegte malerische geste an die kultur der zukunft, an eine neue epoche nun zu sehen in einer permanenten einrichtung im Musée d’Art moderne de la ville de Paris in der avenue de Président Wilson im 16.arrondissement.
nicht zu vergessen das pantheon, das die gebeine der grossen französischen philosophen, wissenschafter, honeurs der Grande Armee, politiker und menschenrechter birgt, ebenso wie die sterblichen gebeine des von den Nazis hingerichteten chefs der resistance, Jean Moulin, eingangs der grabgewölbe strahlt eine statue Voltaire’s im kalten licht der vernunft, gleich gegenüber dem hölzernen katafalk Rosseaus, der sein denken der natur, der wahrheit und den menschen gewidmet hat.
im zentrum des Pantheons schwingt Foucault's Pendel und zeigt uns die drehung der erde an. ursprünglich da 1852 angebracht, weil eben die höhe der kuppel des Pantheons und damit der schwingungsraum des pendels die visualisierung und messbarkeit des ergebnisses des versuches möglich macht, schwingt es seitdem ohne unterlass und an der verschiebung der pendelüberschreitungen über die angebrachte rundskala können wir erkennen, dass wir auf einer sich drehenden erdkugel leben und die wissenschafter uns lehren, im buch der natur richtig zu lesen und nicht nur darüber zu staunen.
. auf der rechten hinteren säule, neben dem pendel, ist eine gedenk- und ehrentafel angebracht, die an Antoine de Saint Exupéry erinnert, der am 31.Juli 1944 vermisst gemeldet wurde. Saint Exupéry war von einem aufklärungsflug über südfrankreich nicht mehr zurückgekehrt, versunken im meer an der küste.

Die Erde schenkt uns mehr Selbsterkenntnis, als alle Bücher, weil sie uns Widerstand leistet. Und nur in der Auseinandersetzung findet der Mensch zu sich selber. Aber er braucht dazu ein Werkzeug, einen Hobel, einen Pflug. Der Bauer ringt in zäher Arbeit der Erde immer wieder eines ihrer Geheimnisse ab, und die Wahrheiten die er ausgräbt, sind allgültig. So stellt sich das Flugzeug, das Werkzeug des Luftverkehrs, den Menschen allen alten Welträtseln gegenüber und wird uns zum Werkzeug der Erkenntnis und der Selbsterkenntnis.
aus „Wind, Sand und Sterne“

uns heutige inspiriert die technologie des computers und der neuen medien, sie sind ebenso vehikeln des geistes, der philosophie und zum instrument des entwurfs künstlicher welten geworden.
doch diese technik und diese form künstlichen denkens entfernt uns aus der natur.

Notre Dame de Paris,
ein gebet an Saint Genoveve; schutzpatronin von paris und nachdenklich im dunklen kirchenschiff über die französischen jesuiten, die im 19.jahrundert den antisemitismus geschürt haben, der in der affaire dreyfuss seinen vorläufigen höhepunkt gefunden hat. vorläufig, weil es durch die deutsche besatzung frankreichs erst zur wahren katastrophe gekommen ist. wie können französische katholiken nach solcher geschichte len pen wählen. schon wieder....
die vorderfront und die türme von Notre Dame de Paris völlig eingerüstet.
Sacre coeur
die dunklen räume der pariser kirchen. draussen, über die brüstung gebeugt, den blick über dieses paris streifen lassen, seinen ausdehnungen folgen. gross-paris birgt 10 millionen menschen und erzeugt spürbaren druck, in den strassen, in der metro und auch hier heroben, hoch über montmatre, zu füssen von Sacre Coeur.
dann wieder in die tour de auvergne, vorbei am fliesswaser, das aus den abflussgittern quillt und den rinnstein entlangt strömt, den schmutz der strasse in den kanal spült. vorbei am alten, längst geschlossenen, langsam zerfallenden ellyseum der nacht, da am oberen Montmatre.

Christian Boltanskis angerostete kanister im Musée d’Art moderne de la Ville de Paris. wallmauern der anklage. klagemauer des vergangenen. unumgängliche konfrontation. auf jedem kanister ein foto und eine karteikarte. europäische jüdinnen und juden, die aus frankreich in die deutschen vernichtungslager verbracht wurden, mit hilfe der franzöischen polizei.
verschwunden in den todeslagern. vernichtet für alle zeiten. zurückgeholt in das kollektive gedächtnis auf wallmauern aus brandkanistern. kranken und folterstationen. lagerung von alltagsgegenständen.
die karteikarten stammen aus der Vichy Administration und sind ein trauriges zeuges der kollaboration des Petain Regimes und weiter bevölkerungskreise mit den nazis.

Reference site Christian Boltanski

gleich gegenüber der Eiffel Turm, die stählerne himmelsnadel, die das marsfeld dominiert. die technik auf dem exerzierplatz, vor dem grossen blutvergiessen.
Eiffel Tower- Designed by Gustave Eiffel and built between 1887 and 1889. Initially it met with great controversy and was almost pulled down. However, the boldness and novelty were supported by the Avant Garde; poets such as Apollinaire and the painters Pisarro, Dufy and Seurat reproduced the structure in many works. It continues to be reproduced today - as tourist souvenirs! It is used as a radio and television antenna....die ungebrochene macht der technik.

eine halbe meile schräg gegenüber die goldene flamme der freiheit am brückenrand, überschrieben mit sätzen zum gedenken an Diana, Princess of wales, die in der darunterliegenden unterführung in einem völlig zertrümmerten auto ihr leben beendet hat.
rasend und unaufhaltsam der verkehr. im metroabgang Alma Marceau eine frau mittleren alters, schmuddeligen aussehens mit einer ziehharmonika. sie trägt ein alpenländisches dirndl und spielt steirische ländler melodien. stetig unterbrochen von jammernden, klagenden und dramatisch aufbrausendendem hand-harmoniums getön.

Paris, noch immer mit dem flair des reichtums und mit dem namen der superreichen in einem sprachzug.
champ elysées, der tempel der düfte, unzählige parfums, alle markennamen im angebot und ein unruhiger morgen im cafe tilsit. zwischendurch kurz bei Mc Donalds gewesen, in aller welt sich selbstähnliches styling. die multiethnische botschaft im einheitlichen outfit globaler esskultur US-amerikanischer praegung. selbstreferenzielle erscheinungsbilder, die sich mandelbrod formen gleich über den ganzen globus verbreitet haben.

Doch nicht nach Chartres gefahren. am grab Sartre s hängen geblieben. schräg über die friedhofsmauer die hochhäuser des Montparnasse. von der nekropolis zur megalopolis . dann zum Boulevard de Montparnasse.
das Dome aus- und im Select sich niedergelassen. die moderne existiert nicht mehr und unsere zeit hat noch keinen eigenen namen. sie lebt von einer post-, einer danachbestimmung.

Den Boulevard Raspail hinunter nach Saint Germain de prés. im Cafe de flores geben sie sich den anschein der fortdauernder intellektualität, fast wie frühe venezianische malerei, die versammlung der erleuchteten, ihre uns vorübergehende aufmerksam beobachtenden augenpaare, antlitz an antlitz gereiht.
in der metrostation Saint Germains de prés, grosse schwarzweissfoto an den wänden der aufgänge, portraits, auch Camus darunter; nach oben, gegenüber einer der ältesten kirchen von paris.

ein paar strassenzüge weiter ein internetbüro, Cybercube, am beginn des lateinischen viertels, nächst der Sorbonne.

kaufhaus tati, oben in montmartre, ein kauf-und ramschladen, brautkleider neben der station stalingrad, nie umbenannter ort des triumphes wider Hitler, jener ort, an dem das unternehmen Barbarosa entscheident gescheitert ist wendepunkt des zweiten grossen krieges. zwei frankoafrikaner werfen im vergitterten geviert unterhalb des metroviadukts ihren ball ohne unterlass in den hängenden korb.
gleichheit, freiheit, brüder- und schwesterlichkeit und nichts mit stalin am hut und doch war stalingrad ein entscheidender sieg wider die neue barberei.
wie richtig hingegen Andre Gides frühe ansichten. moskau tour retour. das ende ward schon lange abgesehen. und doch musste Camus deswegen jahrzehntelange ächtung hinnehmen.
beklemmend die fakten und einsichten, die Stephan Courtoise und sein team im Schwarzbuch des Kommunismus über unterdrückung, verbrechen und terror im namen sogenannt fortgeschrittener politik im namen einer humanen utopie zusammen getragen haben. ein höchst anmerkenswertes detail:
die kommissarswaffe, der nagan, wies auf grund einer bestimmten konstruktion eine feuergeschwindigkeit auf, die traditionelle und übliche revolver ums mehrfache übertrifft. eine kugel ging durch mehrere personen hindurch. und so wurde auch von den kommissaren bis zu sieben „deliquente“ opfer hintereinander aufgestellt und mit einem schuss ums leben gebracht. rationalisiertes töten; nicht nur in Nazi Deutschland.
noch spürst du in paris den republikanischen atem der grundströmung, doch auch hier bereits all der unmut unseres zu ende gehenden jahrhunderts.
doch da ist noch nicht alles reaktionäres gewälze vorangeschoben und die französische linke ist nicht der lächerlichkeit preisgegeben.
anderseits denke ich mir, ob die österreichischen aktionisten hier ein chance gehabt hätten. nein, sage ich mir. ich habe immer starke reserven gegenüber Mühl und dessen projekt Friedrichshof und gegen das Orgien & Mysterientheater des Nitsch gehabt. letzteres erschien mir als ein zu "kulinarischer" und hedonistischer umgang mit dem opferkult und mit der blutigen gewalt angesichts der jüngeren grausamen europäischen geschichte zu sein und Mühl hat noch in jedem katalogbeiblatt angeführt, dass er zu den letzten jungen leutnants gezählt, die hitler kurz vor beendigung des krieges noch ernannt hat. er hatte sich noch in der letzten sinnlosen Ardennen Abwehrschlacht auf französischem boden als jugendlicher heisssporn hervorgetan.
ich habe nitschens orgientheater und mühls kunst und kulturfeindlichkeit immer als seltsam verqueres produkt der unbewältigten deformation, die in folge des gewaltigen schadens, der in folge des nationalsozialismus verblieben ist und zu seltsamen grotesk ambivalenten formen der verneinung und nicht der bewältigung geführt hat, angesehen. ich lasse mir hingegen auch nicht nachsagen, dass diese einschätzung mich aus dem kreis der gegenwartskunst entfernt, wie bislang jede kritik an mühl und nitsch hierzulande zu ersticken versucht wird. diese obskuren herren und deren vielzähligen ministranten zeigen bloss, dass sie intolerant sind, dass sie ebenso geistige gewalttäter wie etwa die italienischen futuristen sind , die in ihrer technik- und gewaltverherrlichung über alles andere hinweggetrampelt sind. Nitsch selber setzt schon in seiner vorliebe für George und Wagner die charakteristischen signale für einen rechtselitäre kunstauffassung und es muss erlaubt sein, solches zu kritisieren und abzulehnen. möglich dass Nitsch und Mühl bloss progressive ausformungen des kronenzeitungslandes sind, so wie ich Thomas Bernhard immer schon für den Staberl der hochkultur gehalten habe. so wie auch die seltsame schieflage Peter Handkes für das Serbien des Milosevic und der Marcovic, und erinnerlich die parteinahme österreichischer SchriftstellerInnen für den schreibenden elffachen frauenmörder Unterweger ein eigenartiges unklares klima der neueren österreichischen kunst-und literaturszene erahnen lässt.

der cafeshausstrand beauborg, in korbstühlen, pistazien kerne und tonic, den blick über den platz hinweg nach vorne gerichtet, der ruheplatz. die zeile, die über den vorplatz herüber tönt i can’t get no satisfaction und von einem jungen japaner immer wieder wiederholt wird. nächste woche wird jagger mit den stones in paris sein. ob jagger tatsächlich einer zeitgeistigen templer-und satanistenloge angehört ? may day may day may day may be a lot of money.
neben dem cafe das wunderbare wasserbecken mit den spielerischen breithüftigen bunten figuren der Nice St Phalle und den maskulin dunkel ernsten mechanischen dynamics von Jean Tinguely, die sich absichtslos bewegen, lärm machen und wasser versprühen. Tinguely sagt selbst, dass diese spielerischer lebendigkeit keinerlei nützlichkeit folgt. ein kater muss nicht unbedingt mäuse fangen, um sich sein leben zu verdienen. ein für die meisten menschen unverständliche anschauung. der mensch definiert sich über besitz und so er keinen hat, über die arbeit. da bleibt wenig spielraum dazwischen. die crux der künstler und literaten, die eben etwas herstellen, nach dem ursprünglich gar nicht gefragt wurde. die kunst und die liebe zu ihr bleibt eine obsession, die sich nicht rationalisieren lässt.

Centre Georges Pompidou. relâche. die repräsentationsmaschine der kunst der gegenwart muss überholt und repariert werden. die sammlungen sind nicht zugänglich. nur im unteren bereich eine grosse Max Ernst Ausstellung. die damen an den infoschaltern, das personal an den eingängen sind kaum mehr zu unterscheiden von jenen, die in grossen einkaufszentren ähnliche aufgaben erfüllen. die angleichung der kunsthäuser an die welt der warenhäuser.
auf dem vorplatz hat man einen grossen spitzen kegel, aus kunstsstoffplanen verschweisst, aufgestellt. im inneren eine ausstellung über die virtuellen repräsentationsformen der zukunft. einige bilder vergrössert und seriell variiert. an einigen, an den rand gedrückten tischen die obligatorischen PC, vor deren monitoren sich jeder und jede ablichten lässt. i am also computer literated; lautet die botschaft. wann werden sie endlich begreifen, dass der ort virtueller kunst und virtueller information das netz und nicht das museum ist, dass dieses in gewisser hinsicht das museum selbst geworden ist. und die zugänge, sprich PCs, workstations stehen an jedem x-beliebigen ort der welt. an den arbeitsplätzen, in den büros, in den wohnungen und der handheld computer in der aktentasche oder auf dem rücksitz des autos.
doch noch auffälliger. dem sogenannten zeitalter der information fehlt es an ausgefeilten inhalten !.
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das wasser in den speiserestaurants. die kellner reichen es nur halbherzig, es schmeckt stark nach chlor. entäuschend und beschämend ist diese gratisgabe im teuren Paris. die grundversorgung der menschen ist allerorten auf dauer bedroht.

stimmungen, impressionen, cafeterrassen, aussichtspunkt auf den fliessend stockenden autoverkehr. das auto, die streng flanierende domina.

eingangs zum Musée de Louvre die pyramide.


der skeptisch arrogant und doch verunsichert dreinblickende Ludwig XIV, dessen bildnis von Hyacinthe Rigaud in der französischen gemäldesammlung des louvre, gravitätisch und gespreizt, ein neurotisch stolzer pfau, der seine enttäuschung nicht zu verbergen weiss, der in seinem leben noch etwas sucht, das er bis dahin nicht finden konnte.
hingegen selbstbewusst, mit analytisch abschätzenden und wissendem blick der maler selbst, seine hände und eines seiner werkzeuge, den zeichenstift in den vordergrund gerückt.
der saal, in dem die bilder von George de la Tour ausgestellt sind, ist über längere zeit geschlossen und dem besucher nicht zugänglich. ansonsten wirkt die ungebrochene anziehungskraft der bilder, vor allem in den sälen der renaissance und die Mona Lisa da Vincis ist nach wie vor heiss begehrter und unumgänglicher markenartikel der kunstwelt ist.
die säle der französischen sammlung, in der ich auch ein bildnis von Denis Diderot gefunden habe, hingegen sind spärlich besucht. aber gerade das macht das betrachten von bildern angenehm.

stillstand scheint in dieser stadt nicht erwünscht, nicht möglich. fortdauernde bewegung, andauernder umgang. ich nehme alles aus gedämpfter stimmung wahr. düstere ahnungen verdränge ich. mein österreichisches selbstverständnis beginnt merkwürdige schwächen zu zeigen. haben wir uns in den letzten jahrzehnten wirklich genug um europäische verständigung bemüht. haben wir nicht alles zu sehr aus unserer österreichischen perspektive gesehen, vor allem unter verdrängung unserer tragisch katastrophalen gemeinsamen geschichte mit den deutschen. was haben wir genug getan um die italiener, die spanier, die franzosen, die engländer, die schweizer, die niederländer und die nordlichter zu verstehen. mit gewissheit haben wir zuwenig getan.
wir leiden nach wie vor an unserer rückwärtsgewandtheit, an unbewältigter geschichte, die uns immer wieder einholt, die wir jedoch nie wirklich aus eigenem antrieb verarbeitet haben.
unsere grotreske selbst überschätzung; wir wollen europa fit machen. als ob gerade europa auf uns als trainer gewartet hat.
immer wieder die geäusserte verwunderung, warum österreichische literatur in anderen sprachräumen auf desinteresse stösst. andererseits, an franzöischen universitäten hat österreichische gegenwartsliteratur einen hohen stellenwert erreicht.
wir sind bloss epigonen der moderne. unsere väter waren die helfershelfer eines rücksichtslosen dikators, der es aller welt auf deutsch, in einem sehr rückständigen deutsch sagen wollte.
das haben die betroffenen noch nicht vergessen und es wird grosser anstrengungen bedürfen, dieses tief verwurzelte misstrauen weiter auszuräumen. die sonntagsreden der politiker allein helfen da nichts.
wiener bluat zu heavy metall klängen anlässlich des auftaktes zur österreichischen ratspräsidentschaft, gesungen von einem dicklichen vampir, donnerwalzer, den richtigen ton haben wir nicht gefunden. a bluatrausch, a schüttbild, a anzige bluatsuppen, die vergangenheit.
aber auch diese europaweit ausgestrahlten bilder werden untergegangen sein im visuellen mahlstrom, unter den flutenden bildern, die nur dazu dienen, die global wirkende medienmaschine jeden tag aufs neue zu füllen.

es ist naheliegend, die kunst der renaissance, die kultur des barock, den katholizismus, das humanistische klassische erbe der alten römer und griechen als gemeinsames verbindendes erbe heranziehen, doch viel wichtiger ist es, sich der der gemeinsamkeiten in der moderne bewusst zu werden. nun, es gab in wien ansätze, die auch ausserhalb österreichs wahrgenommen und entsprechend gewürdigt wurden, doch fast alle wurden sie zu emigranten, die vor der in österreich und deutschland sich ausbreitenden nationalsozialistischen gewalt geflüchtet sind.

gemeinsamkeiten heute. das amerikanische jahrhundert. die kulturelle und kommerzielle vorherrschaft der usa. das ist es, das wien und paris, die bretagne und vorarlberg miteinander verbindet, dass ist die alles übergreifende klammer, die die europäischen kulturen zu einer werden lässt und die alten divergenzen spielend überbrückt. wie können wir da wieder einen europäischen ton einbringen, wenn er so verletzt worden ist, wie Camus es empfunden hat. der film der 60 er jahre hat viele eigenständige perspektiven eröffnet. nichtamerikanische sehweisen.auch dies ist längst vergangenheit. ein gescheitertes projekt.
nicht die kultur und etwa die wiedergewonnene völkerfreundschaft hält europa zusammen. es ist vielmehr der vollkommerzialisierte tourismus und ein militär und sicherheitsbündnis gegründet gemeinsam mit den USA gegenüber dem vorgegebenen Gegner im osten, der Sowjetunion, die es nun nicht mehr gibt.

ein stadtwerk, ein kunstwerk. quer durch europa fegt die technowelle. heranziehender neo futuristischer sturm. das kunstwerk, technoides spielwerk im interesse der multinationalen konzerne der telekommunikation. jack lang hat nun noch die loveparade in Paris implementiert. was berlin hat, darf in paris nicht fehlen. auch das massgabe sozialdemokratischer kulturpolitik.der lucide fortschritt. anstelle der demonstrationen der rebellen des mai 68, den demonstrationen der lohnabhängigen, der bauern und der fuhrwerker gehört die strasse der hedonistisch und obsessiv vorgeführten lust, versüsst mit den kleinen chemischen pillchen künstlicher ekstase zum dröhnen des technobeats von den verstärkerwagen herab.
ravebewegung. berlin loveparade, on the top of the car and on the street, der dj im tarndrillich hatte das wort spielführer auf seiner bluse aufgenäht. eine dieser zweideutig zwielichtigen mitteilungen die dann doch immer ankommen, wie dies die für kurze zeit ironisch glucksende stimme des rtl reporters unter beweis gestellt hat.

die strasse als versammlungsort, die gesellschaft stülpt ihr inneres nach aussen. die nackte elektrifizierte stammeshorde. why we don’t do it in the road, sangen die beatles ende der sechziger jahre. heute tun sie es. ein neues verhältnis von masse und einzeln(er)em entsteht. offen zur schau getragene sexuelle freizügigkeit. wer kann schon gegen eine demonstrative versammlung von einer million menschen etwas unternehmen. dazu bedürfte es militärischer eingriffe und wer wollte einen derartigen anschlag gegen die handlungsfreiheit verantworten wollen. das wissen die veranstalter genau. interessant, dass dieser rave von der berliner cdu als beweis ihrer gesellschaftlichen progressivität verstanden wird.
den müll, der in diesem mega-invent hinterlassen wird, muss dann die stadtverwaltung auf ihre kosten entsorgen.
massenmedien, massenkultur versuchen möglichst simple befriedigungsstrukturen zu vermitteln und gleichzeitig zu vermitteln, das alles okay ist, dass man nicht mehr wissen muss, nicht mehr lernen muss. do it and it’s done and spent a good time.
das ist die billigste form des politischen geschäftes.

James Joyce ullyses, ein tag einer stadt. das schichtenwerk. so ein medientag in einer virtuellen europäischen stadt, viele bilder und verszeilen lang.
ich bin blind für entwicklungen, das helle licht des tages vor augen. thematisieren, die stadt, thematisieren, den tag , thematisieren, den medientag.

so wollen wir eindringliche bilder finden, um die verfliessende zeit festzuhalten, wohl wissend, dass wir nichts verändern und bewegen können und unser scheitern bloss in einer kühlen betrachtung des lebens, des aufzeichnens seine rechtfertigung finden wird. sensationelles haben wir nicht zu bieten, keine schreienden schlagzeilen.
bloss diese betrachtungen, die ein lebenlang geübt und ebenso rasch wieder an den rand des gedächnisses gedrängt wurden. da ruhen sie und eigentlich ist es völlig gleichgültig, ob sie von da wieder hervorgeholt werden. ob sie sich nun erneut entfalten und ein umfassendes bild der welt abgeben. wir sind bloss erzähler, erzähler von abgelebtem und verlebten. wir notieren den rest, der vom leben bleibt. kein auf den leser zu schielen, bemühen wir uns nicht, den erfolg auszurechnen. es ist ein unsinniges unterfangen. so wie der Camus’ sche sysyphos seinen stein den berg hinanwälzt, und ihn dabei abnutzt und abschleift. es kann aber auch sein, dass der stein den berg hinunter rollend an einer felskante zerschellt, in tausend stücke zerspringt und dann nichts mehr zum rollen da ist und den übrig gebliebenen staub der wind verweht. und das ist zuwenig, um glücklich zu sein, wie Camus es uns empfiehlt. zutiefst muss er an der zerstörung der kulturellen vision gelitten haben, um zu solch an den rand getriebenem bild zu kommen.

die zeit schreitet voran und das fell der kuh ist verteilt. es reizt die virtualität

all diese medienhuren, vielfresser und tagesschwätzer, die überbringer der schlechten botschaften, die politischen schönredner, die mächtigen, die tatsächlich die frechheit besitzen sich täglich in unseren privaten räumen einzuschleichen.
was ist mit diesem verdammten babylon los, dessen monitore täglich mord, terror, gewalt, katastrophen und obsessiven sex verströmen. alles in kleine häppchen serviert, bewusst keine zusammenhänge herstellen, mit werbespots unterbrechen, fortdauernd die wahrnehmung verstören, keine gesamtschau zu lassen. die kunst der verstrickung, die kunst des fesseln, die kunst des einbindens, die kunst des verkaufens, die kunst abhängigkeiten herzustellen, auszunutzen und davon zu leben.

wohin treibst du, der nacht nach?

ich wüsste heute nicht mehr zu sagen, was den ein absurdes lebensgefühl sei. ich weiss auch nicht, ob ich dieses lebensgefühl jemals wirklich besessen habe. heute ist es vielmehr dieses gefühl, am rande, permanent an einer grenze zu leben, kein eigentliches ziel mehr zu haben, den rand,an dem vernichtung droht, in andauernder anstrengung hinauszuschieben, abzudrängen, zonen von erlebtem und überlebtem zu schaffen, bis sich die bittere kenntnis des nichts einstellt, um dann nach längerer dauer von einer auf die andere sekunde wieder vergessen zu werden.

welcher ort kann einem zum vorbild werden. heute tun wir so, als ob der unterhaltungsindustrie die erfüllung der forderung nach umfassenden demokratischen geschmack in der gesellschaft gelungen wäre.

paris. ein schmuddeliges hotelzimmer, hoch über der rue lafayette in opernnähe. regen. ein fernsehgerät am dreharm über dem doppelbett. gleich jetzt werden wir den kanal und morgen das hotel wechseln.

das schickal bestraft uns für den falschen glauben im alter, dann wenn alles mühsellig wird. jetzt erst wirft es uns zu boden. lässt uns unsere schwäche, unsere ohnmacht unsere mittellosigkeit , unsere verzagtheit, unsere schonungslose niederlage verspüren. verachtet von allen die in lohn und brot stehen, von allen, die noch jung und schön sind, nicht einmal beachtet von den reichen, deren leben man in frühen tagen noch genussvoll bedroht sah.
die verhältnisse sind nicht so, sie haben sich ins gegenteil verkehrt.
jetzt lehrt uns das schicksal, welcher klasse wir angehören, der klasse der habenichtse. doch da ist dieses gefühl, nicht als sklave gelebt zu haben. zumindest den käfig ausgelotet zu haben. sich dessen bewusst geworden zu sein. doch die niederlage wurmt. lange hinaus gezögerter bankrott. ebenso wenig wie wir ausgebeutet werden wollten, wollten wir andere ausbeuten.
doch diese spielform ist nicht vorgesehen. schluss nun mit diesen sozialen sentimentalitäten. bloss hin und wieder seien sie erlaubt. um den eigenen standpunkt moralisch zu rechtfertigen. sich klar zu machen, warum man diesen weg und keinen anderen gegangen ist.
noch ist das spiel nicht zu ende. aber im wesentlichen interessiert es mich nicht mehr. ich möchte viel mehr wissen, ob ich als person weitergekommen bin, ob ich der welt doch noch eine neue, zumindest mir neue perspektive abgewinnen konnte.
das mass des gedanken und der schrift ist der nicht verbrauchte speicherplatz.

in dieser utopischen stadt muss es auch einen ort der religiösen hoffnung geben. reale städte, virtuelle orte.

die codierung der stadt: bezirke, strassen, adressen. haltestellen der öffentlichen verkehrsmittel aller art. telefonnummern. internetknotenpunkte. einbindung in die globale sphäre mit den mitteln der elektronischen telekommunikation. die historische dimension der stadt. ihre museen, die personen, die in in ihr gelebt haben, die aus ihr hervorgegangen sind.
unterwelt und halbwelt. vergnügungsvierteln. cafes, restaurants, gasthäuser. rumbuden. subkulturen, staffagen, staffagen, traumtänzer und hochstapler, virtuelle vorspiegelungen.
im dichtbesiedelten europa hat die stadtstruktur alles erfasst, man kann eigentlich nur mehr von grösseren und kleineren ballungen, von kleinen bis mittleren verdichtungen sprechen. die barrieren von stadt und land erscheinen aufgehoben. wesentlich dazu beigetragen hat das auto, der allgemeine ausbau der verkehrsnetze und die elektronischen kommunikationssysteme.
die stadt als metapher der wirtschaft und des konsums. nur sie schafft es, genügend interessenten zu vereinen, die den kostspieligen apparat rechtfertigen.
in ihr entfaltet sich der moderne massenkonsumismus, sie bildet seine grundlage. ihm ist längst die elitenkultur gewichen. die wahren erfolgen werden in grossräumig übergreifenden konzepten verwirklicht. tiefe und detail kommen in derartigem unterfangen zu kurz. das ginge noch hin. was wirklich schmerzt ist das fehlen, der mangel an intellektuellen freundeskreisen, an subkulturen, die aus dem städtischen leben verschwunden sind. wir erleben einen mangel an kommunikation. die freien zonen der städtischen gesellschaft schwinden. im kulturleben machen sich manager, funktionäre und distributor breit, einkaufszentren, erlebniswelten, grossraumkinos, sportstätten, fitnesstraining, tennisplätze, golfplätze, pferderennsport, erholungslandschaften und im grellen licht städtischer verkehrsschnittpunkte die drogenszene. kommunikator alkohol - kommunikator unterhaltung - kommunikator sexualität, alles unter den sichtbaren augen der stadt, elektronische kontrollnetze, bald mit automatischer, digitaler wiedererkennung ausgestattet und in irgendeiner überwachungszentrale wird dem diensthabenden aufseher gemeldet, dass du im dschungel der stadt wieder sichtbar und erkennbar geworden bist.

technocities - die besondere spielform der industriekultur made in usa. controll culture. hängt unsere evolution von der maschinellen intellgenz ab, von den von ihr errechneten optimierungen ?
die pariser haben sich ihre eigen Citédes Sciences et de l’Industrie in La Villete gebaut.
hängt unsere kommunikation von der maschinellen intelligenz ab, die nur mehr systementsprechende codierungen und funktional folgerichtiges annimmt ?
in der geode, die das IMAX kino birgt, haben wir einen film über die ersteigung des himalaya gesehen, für den eine unmenge werbung in aller welt gemacht wurde. das kino selbst erzeugt eindrucksvolles raumgefühl. der film selbst war eher eine enttäuschung. nicht alles lässt sich eins zu eins zu übertragen. der reale weg auf den berg und die selbsterfahrung der naturgegebenen dimensionen lässt sich eben doch nicht transformieren, selbst wenn man die leinwand noch ein stück grösser und die kameraoptik noch komplexer anlegt.
die geode ist aus einem anderen grund für mich interessant. sie ist eine der wenigen erst spät umgesetzten realisationen der vorstellungen des revolutionsarchitekten Etienne - Louis Boullée, der in ähnlicher weise 1784 einen Kenotaph für Isaac Newton entworfen hat. Newton, die Montgolfière, Boullée, der mond und die raumfahrt.
sonne, mond und sterne.

hängt unsere bewegungsfähigkeit im öffentlichen raum von der maschinellen intelligenz ab ?
im öffentlichen raum kann sich nur der und die frei bewegen, die über den vollständigen code verfügen. die vorform des absoluten codes ist das geld.
steuerung von autos über satelliteninformationen, auslieferung an elektronische kontroll instanzen, geoposition systems, kybernetische referenzmodelle der lebensabläufe.
mediale connectivity: nur die mediale einbindung ist real, die normalen lebensumstände verblassen. die virtuelle welt wird wichtiger als die reale. nur gespeicherte information ist existent, erbringt den nachweis von lebensberechtigung, von lebenswert.
was für veränderungen, für einschränkungen wird das für die allgemeine sprache mit sich bringen. ich habe vor jahren die auffassung vertreten, das die computerkunst auch eine alphabetische, textuelle antwort auf die flut der bilder sein könnte. ich habe mich geirrt, anstelle der flut der bilder ist die flut der funktionen, die flut der information getreten und information ist keineswegs auf sprache gegründet.

wäre heute nicht etwa eine kunstrichtung revolutionär, die kavernen der stille, der visuellen unaufdringlicheit dem öffentlichen und vergesellschafteten privaten raum abringt. ein unvorstellbares und doch erstrebenswertes concept. ein buch ohne inhalt, in dem man zwei stunden liest und es vollkommen zufrieden beiseite legt, weil man bei sich selbst angekommen ist und ausserdem nichts nötig hat. doch auch dieses wurde schon versucht und ist kläglich gescheitert. mir genügt es, dem aktualitätswahn auszuweichen, der gier nach news nur selten nachzugeben, den meist sind es alte modelle, bloss umgespritzt und ein wenig anders geschnitten.

der verlust des selbst. wenn alles nur mehr überwachung ist, wenn alles nur mehr reaktion ist, wenn alles nur mehr reproduktion ist, wenn alles sich nur mehr in der struktur, in der matrix, die die welt nicht nur wiederspiegelt, die die welt an sich geworden ist , abbildet, hat das selbst zu existieren aufgehört, weil es nur mehr als referenzfunktion der struktur angesehen wird. das menschliche leben selbst macht keinen sinn, nur seine codierte und funktionale entsprechung ist wirklich.
das unvermeidliche tritt ein. die menschliche erlebnis- und gestaltungsfähigkeit wird in frage gestellt. sie wird durch technische funktionalität substituiert. genauer, die funktionalität okkupiert den menschen.
doch schluss mit diesen trüben befürchtungen. das unersättliche Paris wartet, wartet auf deinen besuch.
doch vorher noch einen ausflug in die vergangenheit nach versailles an der westperipherie, eine einladung zu Le Bal du Roy - einer milleniums celebration ebenda bevor wir ins dritte jahrtausend eintreten. östlich von paris liegt ein anderes stück europäischer gegenwart: Das Euro Disney Land Paris.
in vergangenheit und in gegenwart finden die grossen europäischen metropolen ihre entsprechungen. und so können auch wien und paris im kontext der amerikanischen herausforderung gesehen werden. denn beide städte sind geprägt vom american way of life, obwohl beide anders sein wollen. USA und EU (USE) sind, auch aus der historie heraus betrachtet, ein gemeinsames europäisches projekt.
vem dies alles zu trivial ist, kann sich zu einer site, geschult am Deleuz’schen denken, bewegen, nach Immedia am Wiener Thing Server, von Marc Ries gestaltet, oder den utopien der vernetzung von niehaus und düppe folgen und im weiteren an der ruhruniversität sich über rhizomatik kundig machen.
da gibt es auch noch die möglichkeit, sich in die République Internationale des Lettres, herausgegeben von Noël Blandin zu vertiefen oder Sie flanieren durch paris im oder nach demParis balades Guide de promenades dans Paris

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